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2-19-2016 - von Irina

Energieausweis beantragen – Das solltest du wissen

Einen Energieausweis beantragen: Das kann für dich als Wohnungsbesitzer rechtlich verpflichtend sein. Was so ein Ausweis besagt, wie das mit dem Energieausweis beantragen von statten geht und ob du überhaupt für deine Wohnung oder dein Haus so etwas brauchst, erfährst du in diesem Artikel.

Allen voran muss einmal geklärt werden, was der Energieausweis überhaupt ist. Es handelt sich hierbei um eine rechtliche Bescheinigung, die ein Gebäude energetisch bewertet. Also eine Art Gütesiegel für die energetische Qualität des Gebäudes. Darin werden der Energiebedarf und das Energiesparpotenzial des Hauses angeführt. Die Immobilien werden in sogenannten Energieeffizienzklassen eingeteilt – ähnlich wie man das schon bei Elektrogeräten kennt. Vor allem beim Kauf einer neuen Immobilie oder auch bei der Vermietung ist dies eine äußerst hilfreiche Information und trägt auch zu höherer Transparenz bei.

Wann und für welche Immobilien muss man einen Energieausweis beantragen?

Dieser Ausweis muss für alle Gebäude vorgelegt werden, wenn diese vermietet, verkauft oder verpachtet werden. Das wurde in der Energiesparverordnung (EnEV) vom 1. Oktober 2007 festgelegt. Im Mai 2014 wurde die EnEV nochmals verschärft und bei fehlender Kooperation mit dem Gesetz, können Bußgelder verlangt werden.

Bist du also ein Eigentümer einer Immobilie und willst diese weiter vermieten oder verkaufen, dann musst du einen Energieausweis beantragen, solltest du einen solchen nicht sowieso schon erworben oder übergeben bekommen haben, als du die Immobilie gekauft hast. Beim Verkauf oder dem Vermieten muss der Energieausweis auch ohne Aufforderung dem Mieter bzw. Käufer ausgehändigt werden. Die Angaben aus dem Energieausweis müssen zudem in Immobilienanzeigen angegeben werden. 

Energieausweis beantragen

Foto: Pixabay.com

Wie lange ist so ein Ausweis gültig und wann muss man keinen Energieausweis beantragen?

Ein Energieausweis ist 10 Jahre lang gültig. Hast du also schon einen Energieausweis, der nach den Gesetzerneuerungen 2014 ausgestellt wurde, musst du also keinen neuen beantragen. Sind aber irgendwelche Arbeiten am Haus durchgeführt worden, die den Energiehaushalt beeinflussen können, dann muss ein neuer Energieausweis beantragt werden, auch wenn der alte noch nicht abgelaufen ist.

Wohnst du als Besitzer selbst in deiner Immobilie, und die Baugenehmigung für das Gebäude wurde vor dem 1. Oktober 2007 beantragt, dann brauchst du keinen eigenen Energieausweis zu beantragen. Sobald du aber in Betracht ziehst, dein Heim zu vermieten oder zu verkaufen, dann wird so ein Ausweis nötig.

Steht dein Gebäude unter Denkmalschutz, dann ist ebenfalls kein Energieausweis notwendig, nicht einmal, wenn du die Immobilie verkaufen oder vermieten willst. Eine weitere Ausnahme der Ausweispflicht besteht bei Nutzungsflächen von unter 50 m². Bei so kleinen Wohnungen oder Büroräumen wird kein Nachweis des Energiehaushalts verlangt. Außerdem muss man einen Energieausweis auch nicht nachreichen, sollte das laufende Mietverhältnis schon vor der Einführung des Energieausweis-Gesetzes bestanden haben. Endet das Mietverhältnis aber und will man die Wohnräume neu vermieten, dann muss auch ein Energieausweis vorhanden sein.

Wie und wo man einen Energieausweis beantragen kann:

Du kannst einen Energieausweis teilweise sogar einfach im Internet beantragen. Oder du suchst einen Energieberater in deiner Nähe auf.

Vorher solltest du dich aber entscheiden, welchen Energieausweis du beantragen willst. Es gibt drei Arten:

Verbrauchsbasierter Energieausweis:

Sind dir die Verbrauchsdaten deiner Heizung über die letzten 3 Jahre hindurch bekannt, dann kannst du einen sogenannten “verbrauchsbasierten Energieausweis“ anfordern, was in der Regel die einfachste und mit rund 70 Euro die billigste Variante darstellt.

Bedarfsbasierter Energieausweis

Genauere Angaben über die Energieeffizienz deiner Immobilie bietet der bedarfsbasierter Energieausweis. 

Entspricht dein Haus nicht der Wärmeschutzverordnung aus dem Jahr 1977 und wurde also in den Jahren davor errichtet, dann wird ein „bedarfsbasierter Energieausweis“ notwendig sein. Sollten allerdings Dämmarbeiten oder Sanierungsarbeiten seit 1977 an dem alten Gebäude durchgeführt worden sein, dann kann der verbrauchsbasierte Schein ausreichend sein.

Der bedarfsbasierte Energieausweis ist teurer und auch etwas aufwändiger, als der verbrauchsbasierte. Allerdings erhältst du auch wesentlich genauere Angaben zum Bedarf an Energie zur Erwärmung eines Gebäudes. Willst du eine Immobilie verkaufen oder vermieten, können diese Informationen dem Käufer oder Mieter seine Entscheidung für das Haus wesentlich erleichtern. Für den bedarfsbasierten Energieausweis muss deine Immobilie von einem Energieexperten besichtigt werden. Dieser schaut sich die nötigen Unterlagen und natürlich das Gebäude an und fotografiert alles Wichtige. Im Anschluss wird er diese Daten auswerten und sendet dir den beantragten Energieausweis zu. Die Kosten belaufen sich auf etwa 350 bis 450 Euro für ein Ein- oder Zweifamilienhaus und auf etwa 500 Euro für ein Mehrfamilienhaus. 

Energieausweis für Nichtwohngebäude

Für Immobilien, die nicht zum Wohnen gedacht sind, gibt es einen eigenen „Nichtwohngebäude Energieausweis“, der für Büro, Firmengelände oder andere Nutzungsflächen beantragt werden muss.

Energieausweis beantragen

Foto: Pixabay.com

Einen Energieausweis zu beantragen, sollte in der Regel also keine große Herausforderung sein und er ist in Deutschland auch gesetzlich vorgeschrieben. Vermeide die Gefahr, etwaige Bußgelder bezahlen zu müssen, und kümmere dich um die Bescheinigung, bevor du deine Immobilie verkaufst oder vermietest. Hast du noch Fragen zum Thema “Energieausweis beantragen“, dann laden wir dich dazu ein, diese in den Kommentaren zu hinterlassen, wo wir uns um eine möglichst genaue Antwort für dich bemühen.

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