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7-16-2016 - von Irina

Wohnungsgenossenschaft in Deutschland – Was sie können

Eine Wohnungsgenossenschaft (auch unter den Namen Wohnungsbaugenossenschaft, Wohnungsgenossenschaft, Baugenossenschaft oder Bauverein bekannt) hat vor allem eines zum Ziel: Ihre Mitglieder mit preisgünstigen Wohnungen zu versorgen und ihnen dabei noch ein großes Mitspracherecht einzuräumen. Das hört sich natürlich sehr gut an. Daher ist diese Wohnform auch nach wie vor sehr beliebt. In diesem Artikel erfährst du, wie Wohnbaugenossenschaften operieren, wo es sie gibt und vor allem auch, wie du an eine Genossenschaftswohnung kommen kannst. Eine Wohnungsgenossenschaft kann die Erfüllung deiner Wohn-Träume bedeuten, aber vorerst ist Information wichtig –  dann erst geht es ans Packen der Umzugskartons:

Allgemeines zur Wohnungsgenossenschaft

Ihren Ursprung nehmen Wohnbaugenossenschaften in Deutschland bereits im 19. Jahrhundert, da zu dieser Zeit der Wohnraum in den Großstädten sehr knapp und auch teuer wurde. Diese Selbsthilfeorganisationen versuchten, ihren Mitgliedern preisgünstigere und auch gesunde Wohnräume zur Verfügung zu stellen, da auch Hygiene in den Großstädten zu einem wachsenden Problem wurde. Genossenschaften waren also auf das Gemeinwohl der Mitglieder und nicht auf eine Profitmaximierung ausgerichtet.

Auch heute noch gelten diese leitenden Grundsätze für Wohnungsgenossenschaften und die Mitglieder genießen viele Vorteile und ein großes Mitspracherecht. In Deutschland gibt es zurzeit rund 2000 Wohngenossenschaften die rund 2,2 Millionen Wohnungen bewirtschaften. Das entspricht in etwa 6 % des gesamten Wohnungsbestandes in Deutschland.

Die Wohnbaugenossenschaft  funktioniert heute beinahe nach demselben Prinzip wie schon im 19. Jahrhundert. Die Mitglieder müssen Anteile an das “Geschäft“ erwerben, was ihnen ein lebenslanges Nutzungsrecht für die besagte Wohnung einräumt, wenn sie eine Immobilie zugesprochen bekommen und beziehen. Man besitzt als Genossenschaftsmitglied also Anteile am Wohnungsunternehmen und ist Mieter mit lebenslangem Wohnrecht zugleich.

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By MolgreenOwn work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34170610 Sonnenhaus der Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ Strausberg eG – erbaut 2014 – Wohnhaus und Geschäftsstelle

Wie unterscheidet sich eine Genossenschaftswohnung von einer normalen Immobilie?

Vorteile einer Genossenschaftswohnung

  • Eine Wohnungsgenossenschaft ist in der Regel nicht daran interessiert, mit den Immobilien einen möglich hohen Gewinn zu erzielen, wie das zum Beispiel in der Privatwirtschaft üblich ist. Aus diesem Grund sind Genossenschaftswohnungen normalerweise auch billiger als vergleichbare andere Miet- oder Kaufobjekte. Das ist natürlich ein schlagkräftiges Argument, das für eine Genossenschaftswohnung spricht. Da Profit nicht die treibende Kraft bei diesen Genossenschaften ist, werden Gewinne in der Regel wieder zurück in die Wohnbauanlage investiert. Dadurch sind die Wohngebäude von Wohnbaugenossenschaften oft auch in einem besseren Allgemeinzustand als Anlagen von privaten Immobilienunternehmen.
  • Ein weiterer großer Vorteil ist das lebenslange Nutzungsrecht für die Wohnung der Wohnbaugenossenschaft. Wer sich an alle Angaben im Nutzungsvertrag (beinhaltet mehr oder weniger dieselben Punkte wie ein normaler Mietvertrag) hält, der wird die Genossenschaftswohnung auch nicht mehr verlassen müssen. Kündigen ist allerdings unter Einhaltung der angegebenen Fristen kein Problem.
  • Nicht zu verachten ist auch das größere Mitspracherecht, dass einem als Nutzer und Mitglied einer Wohnbaugenossenschaft eingeräumt wird. Man ist ja nicht nur Bewohner der Immobilie, sondern auch Mitbesitzer durch die erworbenen Anteile an der Genossenschaft.

Nachteile einer Genossenschaftswohnung

  • Laut Gesetz hat eine Genossenschaft bis zu zwei Jahre Zeit, um eingezahltes Kapital zurückzuzahlen, wenn ein Mitglied austritt. Das ist an und für sich kein Problem, wenn man auch das nötige Kleingeld zur Verfügung hat. Schwierig kann es werden, wenn die Wohnungsgenossenschaft diese Zwei-Jahresfrist ausreizt.  Muss man bereits bei einer neuen Wohnung Kaution hinterlegen und Miete bezahlen, kann in manchen Fällen auch das Geld ein wenig knapp werden.
  • In größeren Ballungsräumen mit angespanntem Wohnungsmarkt, wie zum Beispiel München oder Berlin, kann es auch sein, dass man nach Beitritt einer Genossenschaft immer noch jahrelang auf der Warteliste für eine neue Wohnung verweilt. Oftmals treten Suchende in solchen Gegenden auch gleich mehreren Wohnungsgenossenschaften gleichzeitig bei. Sie wollen ihre Chancen auf eine neue Wohnung erhöhen. Das kann natürlich für den Moment eine finanzielle Mehrbelastung bedeutet, aber bei einem Austritt werden einem die einbezahlten Genossenschaftsanteile wieder ausbezahlt. Man könnte es also auch als vorläufige Sparanlage betrachten, sofern das nötige Kleingeld zurzeit auch vorhanden ist. Da Genossenschaften auch häufig relativ hohe Dividende (3-4%) erzielen, kann das sogar eine relativ gute Spar-Form sein.

So bekommst du eine Genossenschaftswohnung:

Um eine Genossenschaftswohnung zu bekommen, musst du natürlich zu allererst Mitglied der Baugenossenschaft werden. Kleiner Tipp: Lies dir vorerst die Regeln und Organisation der in Frage kommenden Wohnungsgenossenschaft genau durch. So kannst du sicher gehen, dass diese Vereinigung mit deinen persönlichen Vorstellungen in Einklang gebracht werden kann.

Um Mitglied zu werden, müssen anfangs Pflichtanteile an der Genossenschaft gezeichnet werden. Wie hoch der Betrag für diese Pflichtanteile ausfällt, kann von Genossenschaft zu Genossenschaft unterschiedlich sein. Während bei einigen Wohnungsgenossenschaften einige hundert Euro für Pflichtanteile als Mitglied ausreichen, können es bei anderen Vereinigungen mehrere tausend Euro sein. Hier ist es eben wichtig, dass du die richtige Wohnbaugenossenschaft für diene Wünsche findest. Gut zu wissen: Der notwendige Pflichtanteil ist bei älteren Genossenschaften oft geringer, da diese die Immobilien bereits besitzen und nicht erst neuen Wohnraum schaffen müssen bzw. wollen.

Hat man den Pflichtanteil gekauft, heißt das aber noch nicht, dass man auch gleich seine Wunsch-Wohnung beziehen kann. Wie bereits erwähnt, gibt es in angespannten Wohnungsmärkten oft lange Wartelisten. Außerdem kann es sein, dass bei frei gewordener Wohnung dann auch noch zusätzliche Anteile gekauft werden müssen. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass diese Anteile auch als Geldanlage gesehen werden können.

Wohnungsgenossenschaft

Pixabay.com

Kann es passieren, dass eine Wohnbaugenossenschaft Pleite geht?

Allen voran sollte hier festgehalten werden, dass Wohnbaugenossenschaften sehr selten Insolvenz anmelden und dein Geld hier sehr gut aufgehoben ist. Teilweise sind die Anlagen sogar mit bis zu 4 % verzinst. Damit werden die meisten Bankkonten locker in den Schatten gestellt. Die Insolvenzquote bei Wohngenossenschaften ist unter allen privatrechtlichen Wirtschaftsformen am geringsten. Sie werden ständigen Prüfungen unterzogen und unterliegen auch dem Spekulationsverbot. Trotzdem kann es in einigen wenigen Fällen auch zur Pleite einer Wohnbaugenossenschaft kommen, auch wenn die Chancen dafür sehr gering sind.

Die richtige Wohnung zu finden, um sich ein neues Zuhause zu schaffen, ist oftmals keine leichte Aufgabe. Eine Wohnungsgenossenschaft kann diese Suche erleichtern und dir deinen Umzug in die Immobilie deiner Wünsche mit lebenslangem Nutzungsrecht ermöglichen.

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