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10-18-2015 - von

Bestellerprinzip bei der Wohnungssuche: Wer bezahlt den Makler?

Das neue Bestellerprinzip bei der Wohnungssuche trat mit 1. Juni 2015 in Kraft und die Frage „Wer bezahlt den Makler?“ hat nun eine neue Antwort. Die Wohnungssuche in den Großstädten Deutschlands erweist sich oft als eine große Herausforderung und meist wird diese zu einer sehr teuren Angelegenheit für den Suchenden. Ohne Makler die Traumwohnung zu finden, erscheint nahezu unmöglich und die Kosten für seine Dienste blieben bis zum 1. Juni immer am Mieter hängen.

Wer bezahlt den Makler?

Ursprünglich wurde der Mieter zur Kasse gebeten, auch wenn der Makler vom Vermieter angeheuert wurde. Die gesetzliche Höchstcourtage (so wird die Provision für Makler noch genannt) kann laut Gesetz zwei Nettokaltmieten plus die Mehrwertsteuer betragen. Mit den Kosten für einen Makler, dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt in deutschen Großstädten, den Umzugskosten und der zu zahlenden Kaution, bedeutet so ein Umzug also eine große finanzielle Belastung. Das Bestellerprinzip bei der Wohnungssuche soll nun, gemeinsam mit der Mietpreisbremse, ein wenig Erleichterung für den Mieter bringen.

Was besagt das Bestellerprinzip bei der Wohnungssuche?

Das Bestellerprinzip wurde im §2 des Wohnungsvermittlungsgesetzes eingeführt. Es besagt, dass derjenige den Makler bezahlen muss, der ihm den Auftrag der Wohnungsvermittlung gegeben hat. Stellt ein Makler also eine Wohnungsanzeige in die Zeitung im Auftrag vom Vermieter, dann muss der Mieter, der den Zuschlag zur Wohnung bekommt, nicht mehr für die Courtage aufkommen. Nach dem neuen Bestellerprinzip wird nun der Vermieter als Auftragsgeber zur Kasse gebeten.

Warum das neue Bestellerprinzip den Makler unter Druck setzt:

Das Bestellerprinzip bei der Wohnungssuche ändert so einiges für den Immobilienmarkt in Deutschland. Besonders unter Druck geraten hierbei Deutschlands Immobilienmakler, aufgrund zweier wichtiger Punkte:

  1. Die Vermieter haben nun einen finanziellen Anreiz dafür, sich selbst um die Wohnungsvermittlung zu kümmern. Die Arbeit konnte ja bis zum ersten Juni kostenfrei an den Makler delegiert werden. Die Motivation, von nun an den Makler auszusparen und sich selbst um die Mietersuche zu kümmern, ist nun deutlich höher, und zwar um zwei Nettokaltmieten plus Mehrwertsteuer.
  2. Die neue Regelung gibt dem Mieter eine Grundlage zur Preisverhandlung. Bis zum 1. Juni musste der Wohnungssuchende sich mit dem Makler auseinandersetzen, der die Wunschwohnung angeboten hat. Man musste die Courtage wohl oder übel zahlen, oder sich nach einer anderen Option umsehen. Seit dem 1. Juni sollte man aber davon ausgehen, dass die Anzeige von der Traumwohnung unter Auftrag des Vermieters geschehen ist. Sprich, dieser muss auch die Courtage bezahlen. Beauftragt der Wohnungssuchende ab nun einen Makler zur Hilfe, dann kann über den Preis verhandelt werden und sich verschiedene Angebote einholen.

Wird jetzt alles besser für den Mieter?

In der Theorie bedeutet das Bestellerprinzip bei der Wohnungssuche eine große finanzielle Erleichterung für die Mieter. In der Praxis hat sich erwiesen, dass Deutschlands Makler auch mal tief in die Trickkiste greifen können, um dieses Gesetz zu umgehen. 

Bestellerprinzip umgehen: Die Tricks der Makler

Um das Bestellerprinzip umgehen zu können, greifen einige Makler schon einmal tief in ihre Trickkiste. Seit dem 1. Juni 2015 gilt in Deutschland nun das neue Bestellerprinzip, welches besagt: Wer bestellt, der bezahlt auch. Bis zu diesem Datum konnte der Vermieter kostenfrei die Arbeit der Wohnungsvermittlung an einen Makler weitergeben, da traditionell der Mieter zur Kasse gebeten wurde. 

Stellt heutzutage aber ein Vermieter einen Auftrag an einen Makler, dann muss rechtlich gesehen dieser auch für die Courtage (Provision) des Maklers aufkommen. Damit steigt natürlich die Motivation bei den Immobilienbesitzern, sich selbst um die Vermittlung ihrer Wohnungen zu kümmern, was wiederum die Arbeit des Maklers deutlich erschwert. Dass der eine oder andere Makler dann gerne einmal das Bestellerprinzip umgehen möchte, ist klar. In diesem Blogpost haben wir drei der gängigen Tricks zusammengetragen. Die gute Nachricht ist, dass Medienberichten zu Folge es sich bei schweren Verstößen gegen den neuen Gesetzestext allerdings bis jetzt nur um Einzelfälle handelt.

Trick Nr. 1: Bestellerprinzip umgehen mittels Servicegebühren

Verschiedene Serviceleistungen von Seiten des Maklers sind plötzlich mit extra Gebühren versehen. Das Aufsetzten eines Mietvertrags oder die Wohnungsbesichtigung, sogar die Anfahrtskosten für den Makler, werden plötzlich dem Wohnungssuchenden mit einigen hundert Euro in Rechnung gestellt. Nirgendwo wird diese Bezahlung “Provision“ oder “Courtage“ genannt. Wie auch immer, im Gesetzestext ist allerding klar geregelt, dass Makler mit Provision bezahlt wird, nicht für “Serviceleistungen“. Auf diese Weise das Bestellerprinzip umgehen zu wollen ist also nicht legal.

Trick Nr. 2: Wohnungsangebot zurückhalten

Der Makler bekommt einen Auftrag gestellt, um eine Wohnung zu vermitteln. Dieser schaltet aber keine Anzeigen für die Immobilie, sondern wartet darauf, bis eine passende Suchanfrage kommt. Stellt der Suchende dann einen Auftrag, muss er nach dem Gesetz auch die Miete bezahlen.

Alternativ schalten einige Makler sogar eine Anzeige von Wohnungen, die ähnliche Merkmale und Lage haben, wie die Immobilie, die sie vermieten wollen. Meldet sich dann ein Interessent auf die Anzeige, antwortet der Makler, dass die Wohnung gerade soeben vermietet wurde. Da wäre aber noch ein ähnliches Angebot mit besserem Preis, aber der Suchende müsste zuerst einen Auftrag an den Makler stellen. Der Wohnungssuchende gibt einen schriftlichen Auftrag ab und wird zur Kasse gebeten. Ein solches Vorgehen ist nach dem Bestellerprinzip aber ebenfalls nicht zulässig.   

Bestellerprinzip umgehen: Die Tricks der Vermieter

Der Vermieter kann natürlich die verlangte Courtage über eine Mieterhöhung, verteilt über die Laufzeit des Mietvertrags, wieder “zurückverdienen“.  Einer Mieterhöhung kann im Allgemeinen gesetzlich auch nichts entgegengesetzt werden, aber genau hier greift dann die sogenannte Mietpreisbremse ein. In Gegenden mit angespanntem Wohnungsmarkt darf die Miete auf nicht mehr als 10% über der örtlichen Vergleichsmiete angehoben werden. Damit versuchen die Gesetzgeber einem Wucher bei Mietpreisen entgegenzuwirken. In welchen Städten und Gegenden die Mietpreisbremse gilt, wird von den einzelnen Bundesländern festgelegt.

Warum es sich lohnt, einen Immobilienmakler zu beauftragen

Wer bezahlt den Makler aber, wenn der Wohnungssuchende sich an den Makler wendet? In Städten mit stark ausgelastetem Wohnungsmarkt lohnt es sich, einen Immobilienmakler bei der Wohnungssuche helfen zu lassen. In diesem Fall erhält natürlich der Wohnungssuchende die Rechnung des Immobilienmaklers. Übrigens, Maklergebühren lassen sich von der Steuer absetzen

Interessant könnte für dich auch noch unser Artikel zum Thema „weit verbreitete Mietirrtümer“ sein. Wir laden dich dazu ein, deine persönlichen Erfahrungen mit dem neuen Bestellerprinzip bei der Wohnungssuche mit uns in den Kommentaren zu teilen. Hat sich dadurch bei deiner Wohnungssuche eine finanzielle Entlastung für dich eingestellt, oder wurde da vielleicht sogar ein wenig von Seiten des Maklers und des Vermieters getrickst. Was hältst du von der neuen Regelung?

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